Marbot-Mini feiert Hochzeit

Geschrieben von Daniel Cura.

Nach monatelanger Arbeit ist es endlich soweit: Das Roboterprojekt „Marbot-Mini“ der Staatlichen Realschule Marktheidenfeld in Zusammenarbeit mit den Firmen Warema, Schneider Electric und Procter & Gamble feierte seinen Höhenpunkt. Alle beteiligten Schülerinnen und Schüler der achten Klasse können sich nun über einen funktionierenden Roboterarm freuen.

Begonnen hat dabei alles etwa vor einem Jahr. Physiklehrer und Leiter des Projekts, Daniel Cura, stellte im Unterricht das Projekt vor: „Ziel ist es, ein kleineres Abbild des Aularoboters Marbot zusammen mit technisch interessierten und leistungswilligen Schülern nachzubauen.“ Die 16 Interessenten hierzu waren schnell gefunden; so konnte das Projekt starten.


Zum Schuljahresbeginn startete dann die Arbeit vor allem im IT-Unterricht. Hier wurden zunächst technische Handskizzen als Planungsgrundlage erstellt. Auch mit einem CAD-Programm entstanden immer komplexere Roboterteile. Barbara Matura, Ausbilderin für technische Produktdesigner bei der Firma Warema, unterstützte die Arbeit der Schüler und fertigte technische Zeichnungen der nötigen Bauteile an.


In den weiteren Wochen schloss sich für die Schüler ein Lötkurs an. Hier erlernten die Achtklässler erste Grundlagen und löteten eine „Kojak – Sirene“. „Wichtige Begriffe wie Stromkreis, Reihen- und Parallelschaltung wurden dadurch den Kindern bewusst gemacht“, erklärt Cura.


Dann standen zwei Projekttage in den beteiligten Firmen auf der Tagesordnung. Hier vertieften die Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse in den Bereichen Messen, Bohren, Zeichnungen lesen und Arbeitsgänge markieren sowie Gewinde schneiden. Hier entstanden bei Warema in der Ausbildungswerkstatt unter der Anleitung der Ausbilder Andreas Konrad und Heiko Thiemig und bei Procter & Gamble unter den Augen der Ausbilder Carolin Frank und Reiner Väth die verschiedenen Einzelteile aus Metall für den Marbot-Mini. In beiden Firmen stand jedem Schüler ein „AZUBI“ zur Seite, so dass die Arbeit ständig überwacht war.


In diesem Jahr wurde die Steuerplatine für den Roboerarm schon von Auszubildenden der Firma Schneider Electric zusammengelötet. In Absprache mit ihrem Ausbilder Volker Treiber folgten dann noch zwei Projekttage an der Schule. Hier wurde diese Platine dann mit den Motoren, den Sensoren und zwei weiteren Platinen verbunden.


Vergangenen Montag war es dann endlich soweit: Alle mechanischen und elektronischen Einzelteile wurden von den Achtklässlern in der Schule zusammengefügt. Der Marbot-Mini feierte seine „Hochzeit“. „Jetzt kann jeder Schüler stolz seinen eigenen Roboterarm zeigen“, freute sich Andreas Konrad, technischer Ausbilder bei der Firma Warema zusammen mit seinen Kollegen. Wenn die Bedingungen passen, können sich alle eine Neuauflage eines solchen Projekts vorstellen.


Nach den Sommerferien müssen dann im Unterricht nur noch die Programmierung und noch einige Verbindungen fertiggestellt werden, dass die Roboter endlich ihre Arbeit aufnehmen können.
Das Ziel, die Schule mit der „echten“ Lebens- und Berufswelt zu verknüpfen ist mehr als gelungen, freute sich Konrektor Ewald Kohler bei der Präsentation zusammen mit dem Projektleiter. „Die Schüler werden von den Einblicken in die Berufswelt nur profitieren“, resümiert Cura.