Blickkontakt ist lebenswichtig

Geschrieben von Martin Glückert.

„Busfahren ist nur dann gefährlich, wenn ihr nicht wisst, wie ihr euch richtig im und vor dem Bus verhalten müsst“, erklärte Turit Träger-Wiener, die Sicherheitsbeauftragte der Nahverkehrsgesellschaft des Landkreises Main-Spessart. Sie bot in Zusammenarbeit mit der Firma Grasmann und der Polizei allen 5. Klässlern unserer Realschule ein Sicherheitstraining an.

Zunächst erhielten die einzelnen Klassen einen Überblick über Regeln an der Bushaltestelle und beim Einsteigen in den Bus. „Wenn ihr hier nicht aufpasst, kann es schnell zu schlimmen Unfällen kommen“, betonte Polizeioberkommissar Helmut Freudenberger von der Polizeiinspektion Marktheidenfeld. Wer zu nahe am Fahrbahnrand steht, wird leicht vom Bus erfasst, von der Tür weggeschoben oder
gar eingequetscht. Drängeln und Schubsen führt schnell zu einem Domino-Effekt und ein fallender Schüler gerät auf die Fahrbahn oder in die Nähe des Radkastens.


Der Aufenthalt im toten Winkel des Busses ist ebenfalls sehr riskant. Um diesen Bereich anschaulich darzustellen, grenzten zwei Schüler unter Anleitung Freudenbergers mit zwei Absperrbändern, den Raum ab, in dem der Busfahrer niemanden mehr wahrnehmen kann. Schnell fanden die Schüler heraus, dass in der gefährlichen Zone nicht nur sie, sondern sogar eine zweite Schulklasse Platz findet. Als wichtigste Faustregel gab Träger-Wiener den Schülern deswegen mit auf den Weg: „Wenn ihr den Busfahrer sehen könnt, dann sieht er auch euch.“

Anschließend durfte jede Klasse im Bus Platz nehmen. Freudenberger und Träger-Wiener informierten darüber, dass die Lieblingsplätze der Schüler, wie beispielsweise der mittlere Sitzplatz in der letzten Reihe, der gefährlichste sei. Denn er ist der so genannte „Schleudersitz“. Dies demonstrierte Busfahrer Sebastian Hartmann bei einer Vollbremsung mit etwa 25 km/h. Dabei rollte die Plastiktonne „Tim“, die als „Dummy“ verwendet wurde, bis in die Mitte des Busses. Sie rutschte nicht weiter nach vorne, weil sie durch den Aufprall gegen die Haltestangen im Innenraum gebremst wurde. Als „Hausaufgabe“ sollte sich am Ende jeder Schüler bei einer seiner nächsten Busfahrten vergewissern, wo sich in seinem Bus die Sicherheitssysteme befinden. Hierzu gehören nicht nur der Feuerlöscher und der Nothammer, sondern auch die
Notausstiege im Dach und der über den Türen befindliche Knopf oder Nothahn. Mit ihm lässt sich im Notfall die Bustüre auch ohne Fahrer öffnen.