Frieden und Sicherheit sind keine Selbstverständlichkeit

Geschrieben von Martin Glückert.

Es kann immer wieder bereichernd für eine Schule sein, sich Gäste von Außen zu holen. Gerade wenn das Thema besonders wichtig und zugleich etwas trocken erscheint. Inwiefern Deutschland in die internationale Zusammenarbeit mit NATO, UNO, OSZE und EU eingebunden ist und warum dies angesichts der zunehmenden Zahl an sogenannten „failed states“ (gescheiterten, nicht mehr funktionierenden Staaten) notwendig ist, ist eine solche Fragestellung im Sozialkundeunterricht. Deswegen lud die Realschule Marktheidenfeld den Jugendoffizier für den Regierungsbezirk Unterfranken, Herrn Hauptmann Christian Rumpel, ein. Jugendoffiziere wie Rumpel sollen Schüler dabei unterstützen, sicherheitspolitische Zusammenhänge zu verstehen.

Sie stellen die globalen Herausforderungen einer bündnisorientierten Sicherheitspolitik dar und vermitteln sie an Schulen. Dabei stehen sie offen Rede und Antwort, welche Ziele die Politik verfolgt und welche Aufgaben sie der Bundeswehr stellt. Diskussionen darüber verlaufen nicht immer reibungslos. Auch die Schüler der 10. Klasse fragen auch schon einmal kritisch nach, warum sich deutsche Soldaten am Mittelmeer, in Afghanistan, im Sudan oder in Mali aufhalten müssen.

Hauptmann Rumpel verdeutlichte in seinem Vortrag, dass die Bundeswehr ein Instrument zur Erhaltung und Herstellung von äußerer Sicherheit ist. Auch ist es notwendig, dass die Streitkräfte in Organisationen wie z. B. internationale Missionen der UNO eingebunden sind, da sie im Krisen- und Katastrophenfall oftmals nicht allein handlungsfähig oder gar zum Eingreifen legitimiert seien. Häufig erscheinen Krisen und bürgerkriegsähnliche Zustände wie in Mali sowohl räumlich wie auch emotional sehr weit weg. Aber sie gehen auch die Menschen in unserem Land etwas an: Einmal aufgrund einer humanitären Verantwortung und natürlich, weil internationale Krisen auch die ökonomische, soziale, äußere und innere Sicherheit in Deutschland bedrohen können.

Als der Jugendoffizier die Schüler aus den Abschlussklassen befragte, welche Grundbedürfnisse sie denn hätten, fielen unter anderem Begriffe wie Wohlstand, Gerechtigkeit und Frieden. Solche persönlichen Anliegen bilden eine große Schnittmenge mit den scheinbar abstrakten Zielen des Staates und der Politik. Ebenso wichtig sind auch Freiheit und Sicherheit. Beide Werte fallen uns aber nicht einfach so in den Schoß, sondern die Menschen müssen sich aktiv dafür einsetzen und zwar in einem politischen, am besten demokratischen Prozess, noch bevor der Einsatz von Streitkräften notwendig wird.