Schulwegtraining für die 6. Klassen

Geschrieben von Martin Glückert.

Gerade zu Beginn eines Schuljahres ist es wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht aufeinander nehmen. Zum einen haben sich zahlreiche Autofahrer noch nicht ganz an die vielen Schüler als Fußgänger oder Fahrradfahrer gewöhnt und zum anderen erfordern auch die herbstlichen Witterungsverhältnisse besondere Vorsicht. Deswegen ist es unserem Sicherheitsbeauftragten Götz Hintze ein großes Anliegen, dass auch unsere Schülerinnen und Schüler ganz auf den Autoverkehr eingestellt sind.

Er lädt deswegen schon seit Jahren zur Verkehrserziehung für alle sechsten Klassen ein. Dazu holt er sich Hilfe von Dagmar Mayer, die im Auftrag des ADAC Nordbayern tätig ist. Sie schulte die Schüler vor allem darin, den Verkehr richtig einzuschätzen. Dazu gehört es, den ungefähren Bremsweg eines Autos und die Faktoren, die ihn beeinflussen, zu kennen. Um dies den Kindern anschaulich zu demonstrieren, mussten sie erst ihren eigenen Bremsweg herausfinden. Dies taten sie, nachdem die Kinder im vollen Lauf anhalten sollten, was natürlich nicht geht.
Diese Erkenntnisse wurden dann auf das Auto übertragen. Beim Versuch den Anhalteweg eines 50 Stundenkilometern schnellen PKWs abzuschätzen, lag kein einziger Schüler richtig. Selbst die beste Schätzung lag immer noch über 10 Meter daneben. Schließlich rechnete niemand damit, dass das Auto knapp 25 Meter braucht, um zum Stehen zu kommen.
Ein weiteres erhebliches Problem ist die Nutzung des Smartphones. Sobald ein Handy den Fahrer im Auto ablenkt, vergrößert sich Reaktionsweg noch weiter. Ein Fußgänger, der mit seinem Smartphone Nachrichten schreibt oder Musik hört und dabei Kopfhörer trägt, schirmt sich vom Verkehrsgeschehen vollkommen ab. Dies demonstrierte die Klasse 6a in einem weiteren Versuch. Alle Kinder stellten sich in einer Reihe auf und versuchten durch Bewegungen und Gesten auf sich
aufmerksam zu machen. Eine Handy-Nutzerin, die an ihnen vorbeilief, bekam davon jedoch gar nichts mit. Solch ein Verhalten ist gleich mehrfach problematisch. Abgesehen von möglichen Haltungsschäden, begibt sich der Verkehrsteilnehmer in eine sehr gefährliche Situation. Eine vollständige und sinnvolle Nachricht lässt sich übrigens so auch nicht schreiben.