Ein starkes Zeichen der Solidarität und Hoffnung

Geschrieben von Martin Glückert.

Die Realschule spendet 75 Pakete für die Weihnachtstrucker        
Dieses Jahr war Vieles anders bei der Hilfsaktion Weihnachtstrucker. Gleich am Anfang herrschte Verunsicherung, ob unsere Lebensmittelhilfe für Ost- und Südosteuropa überhaupt so wie in den letzten Jahren problemlos stattfinden kann.

Eine Hürde waren die Hygieneauflagen. Außerdem bangten wir (die Klasse 10b und unser Deutschlehrer), ob wir die angefangenen Pakete fertig packen können. Denn es war ständig mit der Schulschließung zu rechnen. Durch den Lockdown durfte dann auch kein Schüler mehr an am Verladen teilnehmen und die Abholung der Pakete wurde zu Beginn der letzten Schulwoche kurzzeitig in Frage gestellt.
Schon Anfang November versprach Herr Schmitt, unser Schulleiter, dass er die Weihnachtstrucker vollauf unterstützen wird. „Wenn nicht jetzt – wann dann?“ Diese Lebensmittelspenden für Südost- und Osteuropa sind gerade in diesem Jahr von besonderer Wichtigkeit. Schließlich trifft der wirtschaftliche Einbruch durch die Corona-Krise vor allem all diejenigen, denen es ohnehin schon am Nötigsten fehlt.
Ein herzliches Dankeschön möchte die 10 b und ich allen aussprechen, die die Weihnachtstrucker so aktiv unterstützt haben. Sie haben dies durch das Spenden einzelner Lebensmittel gemacht oder gleich  ein ganzes Paket abgeliefert. Einzelne Personen haben unsere „Kassenzettel“ für fehlende Lebensmittel beglichen. Unser Chef hat – wie im letzten Jahr auch schon – geholfen sechs halbgefüllte Pakete zu vervollständigen. Die Klasse 6a brachte ganze 12 (!) Pakete in die Schule.  Ein großes Lob verdient auch unser Hausmeister Daniel Endres. Er ließ es sich nicht nehmen, den Großteil unserer Pakete in den LKW zu heben.  
Uns gelang es dieses Jahr 75 Pakete zu spenden. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es vielen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräften sowie  Eltern eine große Freude macht andere zu unterstützen. Sie tun das, indem sie Kartons mit Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Hygieneartikeln sowie mit Keksen füllen. Diese Artikel sind für uns nichts Besonderes und ein solches Paket unter dem Weihnachtsbaum würde bei vielen wahrscheinlich ein „Weihnachts-Trauma“ auslösen. In den Zielregionen der Johanniter-Weihnachtstrucker werden die Pakete allerdings für leuchtende Augen und ein Lächeln sorgen. Außerdem versichern sie allen Ärmeren und Schwächeren: „Hier denkt jemand an mich.“
In diesem Jahr sind Albanien, Bosnien, Bulgarien, Rumänien und Ukraine die unmittelbaren Zielländer. In fünf langen Konvois fahren die Weihnachtstrucker rund 270 Verteilstellen an. Dort werden die Pakete an Schulen, Kindergärten und Kinderheime, Behinderteneinrichtungen und Altenheime sowie an bedürftige Menschen übergeben. Dabei führt der Weg auch in Kleinstädte und Dörfer, in abgelegene und schwer zugängliche Bergdörfer,  zu Armenküchen, Romasiedlungen und in entlegene Regionen. Alexander Thauer sammelt schon viele Jahre die Pakete der Marktheidenfelder Schulen mithilfe eines LKWs der WAREMA SE ein. Er versichert,  dass die Pakete auch dort ankommen, wo sie hingehören. Denn die Weihnachtstrucker arbeiten vor Ort eng mit bewährten und langjährigen Partnern zusammen wie z. B. Kirchengemeinden, Schulen, privaten Initiativen oder anderen Hilfsorganisationen, die eine gerechte Verteilung organisieren. Neu in diesem Jahr ist der Gedanke „vor der eigenen Haustür“ zu helfen. Das heißt, ein Teil der Pakete kommt auch Menschen in Deutschland zu Gute. Hier kooperieren die Weihnachtstrucker mit den „Tafeln“ und anderen Vereinen, um die wirtschaftlich Schwächsten im Inland zu unterstützen.
Text und Foto Text: Martin Glückert