Pädagogin mit großer Hilfsbereitschaft und großem Verantwortungsbewusstsein

Geschrieben von Martin Glückert.

Birgit Budich verstorben
Unsere Realschule trauert um eine Lehrkraft, die im April dieses Jahres verstarb und die wir erst 2018 aus dem aktiven Dienst verabschiedet haben. Birgit Budich war 40 Jahre an der Realschule Marktheidenfeld als Lehrerin für Deutsch und Geschichte tätig. Wir Kolleginnen und Kollegen schätzten Birgit Budich als absolut zuverlässige und geduldige Kollegin. Wer eine Information von ihr als Fachkollegin, als Beratungslehrkraft oder als Personalrätin benötigte, der bekam diese prompt und fachkundig. Darauf konnte sich jeder verlassen. Selbst wenn der fünfte Kollege kam und den Unterschied zwischen Nachteilsausgleich und Notenschutz erklärt haben wollte: Sie verlor nie die Geduld.

Wenn einmal ein Zweitkorrektor krankheitsbedingt ausfiel, ließ sie sich solche Arbeiten ohne Murren aufbürden. Sie nahm diese aus ihrem natürlichen Pflichtgefühl und ihrem Verantwortungsbewusstsein an. Das ging sogar soweit, dass man ihr kurzfristig eine 10. Klasse in Deutsch anvertraute. Birgit Budich schaffte es, auch in kurzer Zeit als „Nothelferin“ noch das Beste aus einer Klasse herauszuholen, um in der Abschlussprüfung erfolgreich zu sein. Darauf konnten sich auch ihre Schülerinnen und Schüler verlassen. Diese schätzen ihre Beständigkeit, ihren freundlichen Umgangston und ihre Zuverlässigkeit. Ihre große Hilfsbereitschaft zeigte sich immer dann, wenn es galt, Schulprojekte vorzubereiten: Sei es die Schultheatertage, Schulfeste oder Präsentationen wie an der 50-Jahr-Feier.
Die Zusammenarbeit mit ihr war einfach. Denn sie stellte weder sich noch ihre Tätigkeiten und Fähigkeiten in den Vordergrund. Jahrelang verwaltete sie das Schularchiv und war langjährig als Beratungslehrkraft tätig. Die vielfältigen, zahlreichen und aufwändigen Arbeiten, die damit verbunden waren, bekam nicht jeder direkt mit. Dabei gab es an vielen Abenden Vorträge an den Grundschulen zum Übertritt an die Realschule zu halten, es mussten unzählige Testungen für Schüler mit Lese- und Rechtschreibstörungen durchgeführt werden, es gab Fortbildungen vorzubereiten und durchzuführen. In immens vielen Beratungsgesprächen hat sie die Schullaufbahn unserer Schülerinnen und Schüler positiv beeinflusst. Dabei nahm sie sich immer Zeit genau zu prüfen, welcher Weg der beste ist, damit ein junger Mensch vorankommt.
Als Klassenleiterin führte sie zahlreiche Schullandheimaufenthalte durch bzw. betreute diese als Begleitperson mit. Auch Abschlussfahrten mit 10. Klassen gehörten für sie als selbstverständliche Tätigkeit dazu. Die profunden Geschichtskenntnisse dieses politisch interessierten Menschen waren immer gefragt. Als Personalrätin konnte sie die Interessen und Bedürfnisse ihrer Kolleginnen und Kollegen auch selbstbewusst und kritisch gegenüber der Schulleitung vertreten. Ihre eigene Meinung vertrat sie, wo immer dies nötig war, sehr direkt und geradlinig. Wenn andere um den heißen Brei redeten, brachte sie oft auch schwierige Dinge schnell auf den Punkt. Das ist ebenfalls eine Eigenschaft, die viele an ihr schätzten.
Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen, insbesondere ihrem Mann, ihrer Tochter, ihrem Sohn und den Enkeln. Die Schulfamilie der Realschule trauert um eine Lehrkraft, die anderen Menschen immer freundlich und aufgeschlossen begegnete. Sie zeichnete sich durch große Hilfsbereitschaft und großes Verantwortungsbewusstsein aus. Zudem identifizierte sie sich mit „ihrer Schule“, in die sie vor 40 Jahren als junge Referendarin kam und für ihre gesamte Dienstzeit blieb.