Jede Hilfe ist willkommen

Geschrieben von Martin Glückert.

Zu Besuch bei der Tafel Marktheidenfeld
Für die Klasse 9e sowie die ukrainischen Gastschüler an der Realschule Marktheidenfeld war der Besuch der Tafel ein äußerst sinnvoller Unterrichtsgang. Denn nirgendwo lassen sich die Fragen rund um unsere Lebensmittel besser klären als bei der Tafel. Carmen Wiesmann, die ehrenamtliche Vorsitzende der Tafel Marktheidenfeld, führte zusammen mit Jürgen Bach die Klasse durch die Räume und erklärte detailliert über die Vorarbeiten und die Abläufe beim Einkauf auf.

Mehrfach Gutes tun

Die Arbeit der Tafel ist in vielerlei Hinsicht wertvoll. Zum einen werden so Lebensmittel gerettet. Knapp 260 000 Tonnen lebensnotwendiger Waren bewahren die 940 Tafeln in Deutschland jedes Jahr vor der Entsorgung. Doch den vielen Unterstützern der Tafel ist es mindestens ebenso wichtig, den Menschen zu helfen, die sich aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage nicht alle Lebensmittel leisten können. Der Anteil dieser Menschen ist inzwischen bundesweit auf zwei Millionen Menschen angewachsen. Allein zur Marktheidenfelder Tafel, der größten im Landkreis MSP, kommen jede Woche 192 berechtigte Erwachsene. Das ist ein Zuwachs von rund 60% gegenüber den Vorjahren.

Unterstützung ist willkommen

Die Unterstützung der Tafel in Marktheidenfeld ist groß und der Verein ist laut Frau Wiesmann und Herrn Bach gut aufgestellt. Natürlich hat der gemeinnützige Verein mit der erhöhten Zahl an Kunden und mit den gestiegenen Kosten für Strom und Kraftstoff zu kämpfen. Aber die vielen ortsansässigen Firmen, private Spenden und auch die Stadt unterstützen die Tafel tatkräftig. Allerdings werden noch weitere ehrenamtliche Helfer benötigt. Carmen Wiesmann und Jürgen Bach freuen sich über jeden, der als Fahrer Waren in die Friedenstraße 42 transportieren möchte oder auch nur stundenweise hilft die Regale zu bestücken. Jede Hilfe ist willkommen. Anfragen können direkt an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerichtet werden.

Unterrichtsgang mit großem Lernerfolg

Die Schülerinnen und Schüler der 9e und ihre ukrainischen Mitschülerinnen und Mitschüler haben an diesem Tag eine Menge gelernt. So war nicht allen bewusst, dass die meisten Lebensmittel auch mit dem Ablaufen das Mindesthaltbarkeitsdatums noch genauso gut genießbar sind vor dem Datum. Bei Salz, Zucker, Nudeln, Reis und Getreide ist dieses Datum besonders fragwürdig. Hier ist der eigene Geschmacks- und Geruchssinn ein weitaus besseres Instrument als ein Datum. Ebenso verblüfft zeigten sich manche, davon dass die Tafel keine staatliche Einrichtung ist, sondern ein gemeinnütziger Verein, auch wenn dieser eine Aufgabe erledigt, die eigentlich der Staat leisten müsste. Besonders angetan waren aber alle von der perfekten Organisation und dem ehrenamtlichen Engagement. Schließlich bringt die Tafel das Essen dorthin, wo es hingehört.

Die ukrainischen Schülerinnen und Schüler lassen sich von Jürgen Bach erklären, dass manchmal auch falsch etikettierte Lebensmittel und Kosmetika an die Tafel weitergegeben werden. Gastschülerin Kristina, die perfekt deutsch spricht, übersetzt ihren Mitschülerinnen und Mitschülern.