Jahrestag: Verlegung von Stolpersteinen

Erinnerung an jüdische Mitbürger aus Marktheidenfeld

Den Jahrestag der Verlegung von Stolpersteinen 2022 nahmen Jugendkreisrat Paul Schäfer mit dem betreuenden Lehrer Steffen Baumann von der Staatlichen Realschule zum Anlass, an den einzelnen Gedenkorten kurz Biographien und Blumen niederzulegen.

Im März 2022 mauerte Initiator Gunter Demnig die Steine mit goldenem Etikett für neun Marktheidenfelder Mitbürger in den Boden, die in der Zeit des Nationalsozialismus 1942 aus dem Landkreis vertrieben und in Vernichtungslagern getötet wurden. Der Achtklässler Paul Schäfer zeigte sich betroffen von den Schicksalen, die man aus den Biographien ablesen konnte.

Der Entzug der Handelserlaubnis für den „Schmuser“ William Adler, den Viehhändler Bernhard Freimark oder das Geschwisterpaar Leopold und Regina Levy gehörte ebenso zu den Repressalien gegen jüdische Mitbürger wie die Zwangsenteignung des Anwesens von Samuel und Rosa Guttmann. Die verpflichtende Unterbringung der Marktheidenfelder Juden im Haus der Familie Freimark in der Untertorstraße 12 erfolgte „in drangvoller Enge und Bedrückung“.

Trauriger Höhepunkt war 1942 die Deportation der neun Marktheidenfelder Mitbürger zu einer Sammelstelle nach Würzburg, von wo aus schließlich deren Verschleppung in Vernichtungslager erfolgte. Rund um den Jahrestag sollen die Kurzbiographien die Passanten auf die Stolpersteine und das Schicksal der Marktheidenfelder Juden an deren ehemaligen Wohn- oder Geschäftshäusern erinnern.