„Politik vor Ort – Lernort Rathaus“ lautet ein Grundsatz der Unterrichtsgestaltung im Fach Politik und Gesellschaft an der Staatlichen Realschule Marktheidenfeld. Gemeinsam mit ihren Lehrern Andreas Glas und Steffen Baumann besuchten die Zehntklässler deshalb das Rathaus Marktheidenfeld, wo sie im großen Sitzungssaal von Bürgermeister Thomas Stamm begrüßt wurden. Im Rahmen einer Präsentation erläuterte er die Aufgaben und Arbeitsweise der Stadtverwaltung mit den zahlreichen Zuständigkeitsbereichen. Dies bot den Schülern einen anschaulichen Einblick in die Funktionsweise der Kommunalpolitik auf Gemeindeebene. Rund 12 000 Einwohner umfasse das Gebiet von Marktheidenfeld und den eingemeindeten Ortsteilen, so Stamm. In der Verwaltung, den kommunalen Kindertagesstätten, dem Bauhof oder der Kläranlage gebe es zusammen rund 300 Beschäftigte, für die man verantwortlich sei.
Am Beispiel der Sanierungsarbeiten an der Friedrich-Fleischmann-Grundschule erläuterte Stamm den Begriff des Sachaufwandsträgers. Mit Blick auf seine Zuhörer erinnerte der Bürgermeister, der auch Mitglied im Kreistag ist, auf das schon lange verfolgte Ziel eines Neubaus der Realschule und des Balthasar-Neumann-Gymnasiums. Mit dem Neubau der Main-Spessart-Halle sei erfreulicherweise begonnen worden, auch wenn es derzeit zu unerwarteten Verzögerungen komme. Angesichts der hohen Ausgaben für das Kreisklinikum in Lohr müsse der Kreistag bei weiteren Bauvorhaben zurückhaltender vorgehen. Aktuell wird ein Architektenwettbewerb zum Neubau vorbereitet, bei dem auch die Sanierung der bestehenden Schulgebäude wieder eine Option sein kann.
Zur aktuellen Situation des Schwimmbads M2 blickte Stamm zunächst auf eine bewegte Historie zurück, in der es zur Schließung und mehreren Gerichtsverfahren mit dem Betreiber gekommen sei. Seit Mai dieses Jahres könne das Hallenbad sowie der Sauna- und Thermenbereich in städtischer Hand wieder im Vollbetrieb genutzt werden.
Beim Blick auf die bestehenden Städtepartnerschaften appellierte der Bürgermeister an die Jugendlichen, sich aktiv einzubringen und an der europäischen Idee mitzuwirken. Die Schüleraustausche nach Polen und Frankreich seien ein eindrückliches Beispiel dafür.
Bei der abschließenden Fragerunde mit den Schülern erläuterte Thomas Stamm die Planungen zur künftigen Nutzung des Lermann-Areals bis hin zum alten Festplatz. Die Überlegungen reichten von der Frage „Was passt dort hin?“ bis zur Abwägung „Was bietet auch Attraktivität für Jugendliche?“
Die Neugestaltung des Mainufers müsse laut Stamm auch eine Entschärfung der Gefahren für Radfahrer am Mainparkplatz im Blick haben, ebenso wie die Prüfung für einen Hochwasserschutz.
Mit den besten Wünschen für die bevorstehenden Abschlussprüfungen verabschiedete der Bürgermeister die Zehntklässler nach einem informativen Besuch im Rathaus.
Fotos: Steffen Baumann