Workshop haucht PCs neues Leben ein

Systembetreuer an der Realschule verlängert die Lebensdauer von Schulcomputern

Als Microsoft im Oktober 2025 den Support für Windows 10 beendete, entstand für viele Besitzer alter PCs ein echtes Dilemma. Sie waren gezwungen einen neuen Rechner zu kaufen und den alten zu entsorgen, obwohl der bisherige PC noch vollauf funktionstüchtig war. Das ist gerade für Schülerinnen und Schüler ein finanzielles Problem. Noch dazu werden wertvolle Ressourcen sinnlos verschwendet.

Johannes Martin, der Systembetreuer an der Realschule Marktheidenfeld, wollte die vielen Schulrechner nicht einfach wegwerfen und fand eine gelungene Lösung. Er initiierte mit zehn interessierten Schülerinnen und Schülern einen Workshop. Dabei wurden im Laufe des Jahres ausgemusterte, nicht mehr Windows 11-fähige Rechner mit Google Chrome OS Flex ein neues Betriebssystem installiert. So sind diese auch in Zukunft nutzbar. Durch das Upcycling bleiben die leistungsfähigen Rechner länger im Einsatz und sparen wertvolle Ressourcen sowie CO2 ein. Denn mit der Lebensdauerverlängerung wird der Bedarf an Kupfer, Aluminium und
seltenen Erden stark reduziert. Elektroschrott fällt somit nicht an.

Besonders beachtlich ist die CO2-Bilanz der aufgewerteten PCs. Denn durch die Weiternutzung eines Rechners können rund 250 kg CO2 eingespart werden. Der größte Anteil an Emissionen wird bei der Herstellung eines neuen Desktop-PCs verursacht. Gerade die Herstellung der Chips, des Mainboards und weiterer Elektronik-Komponenten macht fast die Hälfte des CO2-Ausstoßes aus. Da die
Realschule schon über 40 Rechner günstig abgeben konnte, werden mit diesem Projekt rund 10 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart. Das entspricht dem Verzicht einer 50.000 km langen Autofahrt oder 500 neu gepflanzten Bäumen.

Das Projekt von Johannes Martin versteht sich zum einen als aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Zum anderen dient es durch die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler auch der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung. Weitere Vorteile des Workshops sind: Schüler können einen funktionstüchtigen PC kostengünstig erstehen und ersparen sich sehr hohe Anschaffungskosten. Außerdem können sie mit ihrem „neuen“ Rechner alle Hausaufgaben und wichtige problemlos Alltagsgeschäfte erledigen.

Johannes Martin konnte in einem Workshop mit Schülerinnen und Schülern die Lebenszeit von über 40 alten Schulrechnern erheblich verlängern.