Realschüler besuchen Revierförster Huckle
Schon lange war es der Wunsch der Klasse 6b einmal eine Waldexkursion durchzuführen. Denn Biologie-Lehrerin Pia-Marie Telger von der Staatlichen Realschule hatte ihnen im Unterricht schon viel über das Ökosystem Wald vermittelt. Aber in die besondere Atmosphäre des Waldes einzutauchen ist natürlich etwas anderes. Deshalb trafen sich die Schülerinnen und Schüler nach einer halbstündigen Wanderung mit Matthias Huckle.
Huckle ist als Revierförster für die Gemeinden Rothenfels, Hafenlohr und Karbach zuständig und hat gute Erfahrungen damit gemacht, komplexe Sachverhalte Kindern spielerisch weiterzugeben. Der Gang durch den Wald lohnte sich für die Schülerinnen und Schüler gleich in mehrfacher Weise. Zum einen lernten die Kinder Baumarten mit vielen Sinnen zu bestimmen. In der Regel lässt es sich dabei gut mit Bestimmungs-Apps arbeiten. Auch reicht es oft schon, einen Baum in Augenschein zu nehmen. Aber auch das Riechen an Blättern oder Nadeln sowie das Fühlen des Stammes helfen weiter. So verströmt die Douglasie beim Zerreiben der Nadeln einen zitronenartigen Geruch von sich.

Durch geschickte Impulse und Spiele wurden sich die Kinder bewusst, dass der Wald nicht nur Lieferant für Holz und Trinkwasser ist. Vielmehr ist er Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Wie kompliziert das Ökosystem hier sein kann, spürten die Schüler am eigenen Leib, als sie die Rolle von Lebewesen einnahmen. Sämtliche Tiere und Pflanzen wurden mit einer Schnur verbunden, sodass sich ein riesiges Geflecht an Beziehungen und Abhängigkeiten bildet. Wenn einzelne Lebewesen aussterben, wirkt sich das schnell auf das gesamte Ökosystem aus. Als ebenso wichtige Erkenntnis der Waldexkursion stellte sich die Schutzfunktion des Waldes heraus. Der Wald schützt uns vor Naturgefahren und wirkt als Kohlenstoffspeicher dem Klimawandel entgegen. Da er uns Menschen schützt, muss es eine Selbstverständlichkeit sein, ihn und damit uns selbst zu schützen.

Fotos: Martin Glückert
Im letzten Teil des Waldtages stand die Erholungsfunktion im Vordergrund. Indem die Kinder die Schlafplätze von Rehen aufsuchten, in die Rolle eines Rehs schlüpften oder mit Spiegeln den Wald erkundeten, wurde ihre Fähigkeit zur Empathie geschult und sie nahmen den Wald aus einer neuen Perspektive wahr. Als die Klasse 6b am Ende ihrer Exkursion wieder in Richtung Schule marschierte, war die Stimmung gelöst und entspannt. Das lag sicher bestimmt daran, dass der Wald aufgrund seiner Erholungsfunktion eine stresslösende Wirkung auf uns hat.