Klimaschutz erleben

Sechstklässler lernen, wie Konsum und Erwärmung zusammenhängen

Auch die Jeans, die wir täglich tragen, kann sehr viel mit unserem Klima zu tun haben. Diese und viele andere Fragestellungen standen im Mittelpunkt des Aktionstages, der an der Realschule Marktheidenfeld jedes Jahr im Oktober stattfindet. Eingeladen hatten Biologielehrer Peter Hartmann und Michael Kohlbrecher, der Klimaschutzbeauftragte des Landkreises. Den gesamten Vormittag über wechselten die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen zwischen drei Workshops, die von Referenten der Energieagentur Unterfranken e. V. geleitet wurden.

Besonders anschaulich wurde es bei „Energiedetektiv“ Rainer Zöller. Er wollte von den Kindern wissen, wie viel Energie elektrische Geräte eigentlich verbrauchen und ließ sie die Antwort selbst erstrampeln: Auf einem Energiefahrrad erzeugten sie Strom. Wer einen Haartrockner, einen Ventilator, eine Glühlampe oder sogar ein Radio zum Laufen bringen wollte, musste kräftig in die Pedale treten. Schnell war klar, wie aufwendig es ist, solche Geräte mit Energie zu versorgen.

Im Workshop zur globalen Erwärmung, den Johanna Gindl betreute, erarbeiteten die Kinder zügig, was steigende Temperaturen für die Menschen bedeuten. Sie nannten häufigere Waldbrände und Dürren, sinkende Grundwasserspiegel, geringere Ernteerträge in der Landwirtschaft und leider auch mehr Hitzetote.

Antonia Zirkler widmete sich dem Thema „Konsum“. Ihr Ziel war es, den Sechstklässlern durch eigenes Tun zu zeigen, wie stark der globalisierte Konsum das Klima belastet. Ein Beispiel: Bis eine Jeans in einem Marktheidenfelder Schaufenster hängt, hat sie rund 60 000 Kilometer hinter sich, also etwa das Eineinhalbfache des Erdumfangs. Sie wird dabei vom Anbau der Baumwolle über das
Spinnen des Garns, das Weben und Färben bis zum Nähen an verschiedenen Orten der Welt verarbeitet.

Im zweiten Teil des Tages waren die Schülerinnen und Schüler selbst gefragt. Sie sammelten Vorschläge, wie Verbraucher das Klima schonen können und stellten sie an Stellwänden vor. Dazu zählen der Verzicht auf Plastikverpackungen, das Reparieren defekter Produkte, Recycling sowie das Verkaufen, Tauschen oder Verschenken gebrauchter Dinge auf dem Flohmarkt. Auch neue Anschaffungen lassen sich teilen und wer regional und saisonal einkauft, tut ebenfalls etwas fürs Klima.

Der pädagogische Leitgedanke des Tages: Nachhaltigkeit muss als etwas Positives erlebt werden. Wer regional und saisonal einkauft, stärkt heimische Landwirte und geht bewusster mit Lebensmitteln um. Kleine Reparaturen bringen Erfolgserlebnisse und beim Teilen entstehen neue soziale Kontakte. Allen Beteiligten ging es darum, ein Bewusstsein für Umweltprobleme zu schaffen und
einen achtsamen Umgang mit der Umwelt zu fördern.