Die Fachschaft Physik besuchte im Mai das „Zementwerk“ in Triefenstein-Lengfurt. Während der zweieinhalbstündigen, eindrucksvollen Betriebsbesichtigung lies Herr Ühlein, Elektromeister im Werk, die ein oder andere Lehrkraft ins Staunen kommen.
Während dieser Führung wurde der Prozess vom Rohstoff Kalkstein zum Zement genauer betrachtet, um die Herstellung dieses wichtigen Baustoffes zu verstehen.
In diesem Werk in Triefenstein-Lengfurt ist ein Steinbruch vorhanden. Aktuell hat man zum Abbau noch für ca. 50 Jahre Material. Im Steinbruch konnte man Radlader und Muldenkipper sehen, die das Material zum Brecher abtransportieren. Ferner fuhr ein Wasserwagen, der mit einem riesigen Tank dafür sorgt, dass Wege feucht bleiben und es so zu weniger Staubaufwirbelungen kommt.
Sehr interessant waren die Erläuterungen zur Vorgehensweise bei Sprengungen. Von genauen Vermessungen zur Sprengvorbereitung, über das Erstellen der Bohrlöcher sowie dem Verfüllen dieser bis hin zur Zündung, wurde alles informativ aufbereitet.
Neben dem Schottermischbett, welches dafür sorgt das Rohmaterial zu homogenisieren, konnte man einige Sekundärbrennstoffe sehen. Die nächste Station war eine Rohmühle, die zum Mahlen und Trocknen des Rohmaterials vorhanden ist.
Bevor es zum Drehrohrofen ging, konnte der Leitstand besucht werden. Dort wird auf zahlreichen Monitoren der komplette Produktionsprozess überwacht und gesteuert. Hierauf ging es zum Zyklonvorwärmer und zum Drehrohrofen, der das zuvor gemahlenen Kalksteinmehl auf etwa 1.450° C erhitzt und zu Zementklinker werden lässt. Um den Drehrohrofen zu befeuern, greift man im Zementwerk auch auf die thermische Verwertung von sekundären Brennstoffen, wie Altreifen, Kunststoffreste, Tiermehl oder Altöle zurück. Fossile Energieträger, wie Steinkohle, können so zum größten Teil ersetzt werden. Nachdem der kugelförmige Zementklinker stark heruntergekühlt worden ist, wird er zusammen mit anderen Zumahlstoffen zu feinem Zement gemahlen. In den Silos wird das fertige Produkt zwischengelagert und kann nun über Silofahrzeuge weitertransportiert werden.
Während des gesamten Prozesses entsteht eine große Menge an CO2. Durch die Verbrennung von primären und Ersatz-Brennstoffen entsteht ca. etwa ein Drittel der Menge an CO2. Zwei Drittel entstehen beim Erhitzen und der sogenannten Entsäuerung des rohen Kalksteins. Unter dem Spruch „CO2 abscheiden und wiederverwerten“ informiert Heidelberg Materials über die Zusammenarbeit mit Linde und dem Joint Venture zum Bau einer Kohlendioxidabscheide- und Verflüssigungsanlage unter dem Namen „Capture-to-Use (CAP2U).
Nach der Rauchgaswäsche wird diese Anlage das CO2 des Zementklinkerofens abscheiden und verflüssigen. Etwa 10 % der jährlichen Kohlenstoffdioxid-Emissionen werden anschließend so aufbereitet, dass sie in der Lebensmittelindustrie, z. B. als Kohlensäure verwendet werden können.
An dieser Stelle möchte ich allen Teilnehmern und Herrn Ühlein Danke sagen.
Ich freue mich bereits auf weitere interessante Exkursion der Fachschaft Physik!
Manuel Doll